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  <link>https://ratioblog.de</link>
  <copyright>(C) Michael Hohner</copyright>
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  <description>Kritische Betrachtungen über Naturwissenschaften, Alternativmedizin, Alltagsmythen, Parawissenschaften und Wissenschaft in den Medien</description>
  <language>de-DE</language>
  <pubDate>Wed, 15 Apr 2026 04:08:37 +0200</pubDate>
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    <title>RatioBlog</title>
    <link>https://ratioblog.de</link>
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  <title>RatioBlog, Kommentare</title>
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  <link>https://ratioblog.de/entry/charles-seife-proofiness#c594</link>
  <title>Martin zu &#039;Charles Seife - Proofiness'</title>
  <pubDate>Thu, 28 Apr 2011 00:36:34 +0200</pubDate>
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  <description>&lt;p&gt;Ich nahm an, dass der Autor es wie Du beschreibst im Buch korrekt darstellt. Ich denke allerdings -- und dahin ging meine Kritik -- dass der Buchuntertitel etwas anderes suggeriert. Womöglich um mehr Aufmerksamkeit zu erregen. &lt;i&gt;Mathematical deception&lt;/i&gt;, das hört sich erst einmal danach an, als läge im Mathematischen das Übel. Es appelliert womöglich bewusst an Vorurteile und Misstrauen vieler, die mit Mathematik nie richtig warm geworden sind. Es lässt aufhorchen. Die mathematischen Betrachtungen stellen aber eher eine Ablenkung &lt;i&gt;distraction&lt;/i&gt; davon dar, dass beispielsweise unzulässige Grundannahmen getroffen oder Daten nicht repräsentativ ausgewählt wurden. Die Rechnungen ließen sich je nach Fall und Zielpublikum auch durch ein religiöses Ritual, einen sympathischen grauhaarigen Mann mit modischer Brille und mehreren Doktortiteln oder ein vermeintliches Ökosiegel ersetzen. Die eigentliche Wurzel der Täuschung &lt;i&gt;deception&lt;/i&gt; bleibt davon unberührt das Treffen unzulässiger Grundannahmen oder nicht repräsentativ ausgewählter Daten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Man könnte den Untertitel in gewisser Weise &quot;reißerisch&quot; nennen, weil er mit einer Spannung zwischen &lt;i&gt;mathematical&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;deception&lt;/i&gt; spielt, die hier nicht den Kern ausmacht. So als würde man titeln &quot;Nazi sticht Nigerianer Auge aus&quot; in einem Fall, da es sich um einen blinden Nazi handelte, der mit seinem Blindenstock einen Nigerianer völlig unvorhergesehen traf, welcher beim Zubinden seiner eigenen Schuhe gerade lautlos mitten auf dem Gehweg niederkniete. So eine Überschrift suggeriert doch etwas anderes und spricht andere Gefühle an, als dem Vorgang angemessen wären, oder?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Deine zwei einleitenden Absätze -- dahin ging meine Kritik auch -- erwecken ebenfalls den Eindruck, dass mit der Mathematik etwas nicht stimmt. Anstatt ...&lt;/p&gt;&lt;blockquote&gt;Was haben alle diese Aussagen gemeinsam? Sie wurden mathematisch exakt belegt. Und sie sind falsch.&lt;/blockquote&gt;&lt;p&gt;... müsste eigentlich etwas stehen, wie ...&lt;/p&gt;&lt;blockquote&gt;Was haben alle diese Aussagen gemeinsam? Sie wurden &lt;strong&gt;vermeintlich&lt;/strong&gt; mathematisch exakt belegt. Sie sind aber falsch.&lt;/blockquote&gt;&lt;p&gt;... oder ...&lt;/p&gt;&lt;blockquote&gt;Sie wurden mit einer in sich schlüssigen, aber realitätsfremden oder für den Sachverhalt irrelevanten Modellrechnung unterlegt.&lt;/blockquote&gt;&lt;p&gt;Das klingt natürlich weniger knackig, aber das entspricht eher den Tatsachen. Du legst in Deinen Beiträgen in diesem Blog ja Wert darauf, Deine Argumente zu belegen. Wenn man die Einleitung dieser Buchvorstellung liest, könnte man allerdings den Eindruck gewinnen, selbst ein strenger, gültiger Nachweis einer Aussage habe letztendlich keine höhere Autorität als eine Anekdote, weil auch eine rigoros bewiesene Aussage falsch sein könne. Warum sollte man sich noch um Belege bemühen, wenn es wirklich so wäre?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Meine Kritik mag kleinlich sein und viel zu lang ;-), aber gerade bei einem Buch, dass sich mit Täuschungen auseinandersetzt, finde ich Kleinlichkeit nicht unangemessen. Der Teufel steckt ja bei Täuschungen oft im Detail.&lt;/p&gt;</description>
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  <link>https://ratioblog.de/entry/charles-seife-proofiness#c587</link>
  <title>Michael Hohner zu &#039;Charles Seife - Proofiness'</title>
  <pubDate>Wed, 27 Apr 2011 21:20:34 +0200</pubDate>
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  <description>Ich glaube, du hast das ziemlich missverstanden. Im Grunde bläst du nämlich ins gleiche Horn wie Charles Seife. Seine Kritik geht auch nicht gegen die Mathematik, sondern wie sie vorgeschoben und ge- und missbraucht wird, um z.&amp;nbsp;B. politische Ziele zu erreichen oder anderweitig Eindruck zu schinden bei denen, die sich eben durch Zahlen und Formeln beeindrucken lassen. &amp;bdquo;Mathematisch&amp;rdquo; heisst in diesem Zusammenhang einfach &amp;bdquo;mit mathematischen Mitteln, mit den Ausdrucksformen der Mathematik, mit Formeln und Zahlen&amp;rdquo;, also das, was man landläufig und oberflächlich eben als &amp;bdquo;Mathematik&amp;rdquo; ansieht. Seife zeigt gerade, dass für korrekte Beweisführung in der wirklichen Welt eben nicht nur die Mathematik korrekt sein muss, sondern auch das &amp;bdquo;Vorher&amp;rdquo; (z.&amp;nbsp;B. Datenerhebung) und das &amp;bdquo;Nachher&amp;rdquo; (z.&amp;nbsp;B. Schlussfolgerungen).</description>
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  <link>https://ratioblog.de/entry/charles-seife-proofiness#c586</link>
  <title>Martin zu &#039;Charles Seife - Proofiness'</title>
  <pubDate>Wed, 27 Apr 2011 18:42:49 +0200</pubDate>
  <guid isPermaLink='false'>charles-seife-proofiness#c586</guid>
  <description>&lt;blockquote&gt;Was haben alle diese Aussagen gemeinsam? Sie wurden mathematisch exakt belegt. Und sie sind falsch.&lt;/blockquote&gt;&lt;p&gt;Welche Funktion erfüllt das Wort ?mathematisch? in jenem Absatz? Mir scheint jenen, ein ?Woah!? beim Leser zu erzeugen, der Mathematik noch nie so recht verstanden hat und selbst für etwas Dunkeles, Mysteriöses hält?. Mathematisch belegt wurden die zuvor aufgeführten Vorhersagen über die zukünftige Entwicklung unserer Welt sicher nicht, denn das kann Mathematik nicht. Und dass Menschen bei Messungen keine mathematische Exaktheit an den Tag legen ? falls sich das Wort ?mathematisch? allein auf die Exaktheit beziehen sollte ?, schreibt der Rezensent selbst im weiteren Verlauf des Textes. Dass irgendjemand irgendwann im Verlauf der Formulierung irgendeiner Aussage irgendetwas gerechnet hat, konstituiert keinen mathematisch( exakt)en Beleg.&lt;p&gt;Der Untertitel des Buches, ?The Dark Arts of Mathematical Deception?, bedient sich derselben merkwürdigen Fehleinordnung des Mathematischen, mit der ein solches Buch eigentlich aufräumen müsste. Tatsächlich ist die Täuschung nicht mathematischer Natur. Die Täuschung entsteht, wenn jemand &lt;i&gt;ohne&lt;/i&gt; hinreichendes mathematisches Verständnis im Angesicht von Zahlen auf seine gänzlich unmathematische Intuition hört. Oder sich verzählt. Oder unrealistische Annahmen anderer übernimmt, oder, oder, ? Wenn derjenige dann noch etwas rechnet, macht das die Täuschung genauso wenig mathematisch, wie gleichzeitiges Kaugummikauen die Täuschung kaugummiartig macht.&lt;p&gt;Ich halte wenig davon, Leser durch eine absichtliche Fehlbewertung der Mathematik zu ködern. Wer dann nicht weiterliest oder es trotz Weiterlesen nicht richtig einordnen kann, bleibt in die Irre geführt mit einem falschen Eindruck zurück. Man bricht Leuten nicht die Nase, um sich ihre Aufmerksamkeit für einen Vortrag darüber zu holen, dass körperliche Gewalt doof ist.</description>
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